2025

So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Die Transformationswerkstatt

Minimal-invasiv, reversibel, ressourcenschonend – wie „behutsam“ zu konkreten Baufragen wird.

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Am 4. und 5. April 2025 kamen Fachleute aus Planung, Klimatechnik und Hotellerie für zwei Tage in die Abtei.

Ihre Aufgabe war reizvoll und schwierig zugleich: für ein 120 Jahre altes, denkmalgeschütztes Haus Lösungen zu finden, die es heutigen Ansprüchen näherbringen – und es dabei so wenig wie möglich verletzen. Aus diesem Spannungsbogen lebt die ganze bauliche Seite der Transformation.

Drei Fragen, an denen sich alles entscheidet

Raumklima. Die großen Gemeinschaftsräume, der Schwesternchor und die Kreuzgänge sind im Sommer heiß, im Winter sehr kalt. Gesucht wurden energieeffiziente Heiz- und Kühlsysteme, denkmalverträgliche Dämmung, der Einsatz erneuerbarer Energien wie Geothermie oder Solarthermie – und kostengünstige Wege zu mehr Helligkeit.

Sanitär. Die künftigen Klosterzellen sollen fließendes Wasser bekommen. Im Blick: modulare, bezahlbare Lösungen in Wohnraumnähe, wassersparende Technik und Grauwassernutzung – und gemeinschaftlich genutzte Sanitärbereiche, um die Eingriffe in die historische Substanz gering zu halten.

Trennungen und Wege. Wo Klausur und Fremdnutzung aneinandergrenzen, braucht es Brandschutzabschnitte und Fluchtwege, dazu flexible, reversible Trennwände aus nachhaltigen Materialien, Schallschutz und bessere Barrierefreiheit – bis hin zur Überlegung einer zweiten Brücke zwischen Haupthaus und Außengelände.

Komfort und Sicherheit gegen Substanz

Menschen brauchen Wärme, Wasser, Sicherheit und barrierefreie Wege. Ein Denkmal von verlangt, dass man genau diese Eingriffe so behutsam wie möglich vornimmt. Jede technische Verbesserung ist potenziell ein Eingriff – und jeder Eingriff potenziell ein Verlust.

Minimal-invasiv, reversibel, ressourcenschonend.

Was sich verändert hat

Aus dem schönen, aber abstrakten Wort „behutsam“ wurden konkrete Ingenieur- und Planungsfragen mit klaren Leitplanken. Die Werkstatt lieferte fokussierte Lösungsrichtungen, die unmittelbar in die Bedarfszusammenstellung und die Machbarkeitsstudie einfließen. So wird der Denkmalschutz vom vermeintlichen Hemmnis zum Maßstab, der die Qualität der Lösung sichert.

Übertragbare Frage

Wie bringt man heutige Ansprüche an Wärme, Wasser und Sicherheit mit dem Schutz historischer Substanz in Einklang – so, dass keines das andere erdrückt?

Weiter in die Tiefe

Quellen · „Fokusthemen für die Transformationswerkstatt am 4. und 5. April 2025“ (Stand 10. 3. 2025); Bedarfszusammenstellung März 2026.